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Lebendige Sexualität in Langzeitpartnerschaft?

Lebendige Sexualität in Langzeitpartnerschaft?

Liebe A.!
Vielen Dank für diese Frage. Sie begegnet mir immer wieder, weshalb ich mich freue, drei unmittelbare und hopefully helpful Hinweise aus meiner Paararbeit mit dir zu teilen.

An alle Langzeit-Paare da draußen: Fühlt Euch herzlich eingeladen, Eure Ideen, Tipps und Erfahrungen zu kommentieren 💛
So here we go:

1. Wie sexuell bist du, wenn allein?

Wenn Paare zu mir kommen, bei denen die Abwesenheit von gemeinsam geteilter Sexualität das Thema ist, frage ich zunächst nach der sexuellen Lebendigkeit von jedem einzelnen. Für sich.
D.h. wie sexuell aktiv und lebendig erlaubst du dir zu sein, unabhängig davon, wie sich dein*e Partner*in verhält?

Hierbei zeigt sich oft, dass eine*r oder auch beide den Ausdruck ihrer eigenen Sexualität im Alltagsstress und Spagat zwischen Beruf, ggf. Kids & Familie und vielleicht auch Porno-/Medien-/ Arbeits- oder sonstiger Sucht total vernachlässigen.
Es ist ja leider nach wie vor so, dass es gesellschaftlich und ggf. auch in der Partnerschaft weitaus akzeptierter ist zu sagen, man sei 1 Stunde bei der Zahnreinigung, beim Sport oder in einem Business Meeting gewesen, als mit dem gleichen Selbstverständnis davon zu berichten, man habe 60 Minuten gepflegt masturbiert. Falls das auf dich und Euch zutrifft: Please! Get over that! Solo Sex ist schön, gesund und normal!!!
Ich finde Zeitfenster für bewusste Selbstberührung im Sinne von self-pleasuring meeeeeega wichtig, um den eigenen Körper besser kennenzulernen und im Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Sich etwas Gutes zu tun und die eigene Lebendigkeit und Wonne zu fördern und fordern.

Und nein, selbstverständlich zu Masturbieren ist etwas, was kaum eine*r von uns zu Hause beigebracht bekommen hat. Weshalb es ja auch soviel Heimlichkeit, Scham und Tabu dazu gibt. Zum Glück bist du jetzt erwachsen und darfst dich neu zu deinem eigenen Wohl entscheiden: nämlich für freien sexuellen Flow, Freude und Genuss mit dir selbst und deinem unfassbar empfindsamen Körper! (Warum sollte es sonst jemand anderes tun, wenn du schon selbst keine Lust dazu hast?)

2. Kommunikation, Mut, Ehrlichkeit und Selbstverantwortung

Communication is key, wenn es um eine langfristig erfüllte Sexualität (oder auch Beziehung) geht. Und die meisten Menschen und auch Paare, die ich in meiner Praxis erlebe, sind wirklich schlecht darin, wenn es darum geht, klar zum Ausdruck zu bringen, was sie möchten. Und was nicht.

Wie gut würdest du sagen, könnt ihr als Paar über sexuelle Bedürfnisse, Sehnsüchte, Wünsche und Ängste sprechen? Wie ehrlich und mutig erlaubst du dir dabei zu sein? Und wie schnell nimmt eine*r von Euch beiden das Gesagte persönlich/gegen sich? Anstatt sich für die wertvollen Hinweise, den Mut und das Vertrauen des anderen zu bedanken….?

Und keine Sorge. Diese Art von ehrlicher wertschätzender Kommunikation fällt vielen Menschen schwer. Es ist etwas, das ihr üben könnt. Und solltet. Wenn es darum geht, den sexy spark alive zu halten. Eine Übung, die ich ABSOLUT liebe und empfehle und fast allen Paaren beibringe, ist das sogenante 3-Minuten Spiel. Es geht dabei um Reden. Das bewusste Geben, Nehmen, Empfangen und Erlauben von Berührung. Und die Themen Konsens und Selbstverantwortung.
Und um das Thema Spielen. Also eine Einladung, etwas auszuprobieren, bei dem ihr “Fehler” machen dürft und etwas Neues dazu lernen könnt (YEAH!).

Ihr benötigt für dieses Spiel nichts weiter als einen Timer und ca. 15-20 Minuten Eurer Zeit. Ausführliche Anleitungen zu dem Spiel findet ihr, wenn ihr 3 Minuten Spiel und Betty Martin googelt (siehe Link weiter unten). Oder zu einem Coaching oder Workshop (zB. 4h Magical Touch Workshop oder Tantra Massage Level 1 Beginner Wochenende) vorbei kommt.
Es macht aus meiner Erfahrung total Sinn, auch Mal vor bzw. mit der Unterstützung eines*r geübten Practitioners zu spielen, um den kompletten Mehrwert dieser Übung für Euch zu entfalten. Sie scheint soooooo simpel. Und kann soooo tief gehen. Und so komplex sein. Und Euch soooo unfassbar bereichern!!!

Alternativ dazu eignen sich natürlich auch sämtliche andere Formate und Übungen, bei denen es um ehrliche Kommunkation & sexuelle Bedürfnisse geht. Schreibt z.B. jeder eine Bucket List und teilt sie miteinander. Erzählt Euch von geheimen Wünschen und Fantasien und legt fest, dass ihr sie im Wechsel 1x pro Monat/ Woche in gemeinsam in die Tat umsetzt. Berichtet Euch von Euren erotischen Gipfelerlebnissen (auch wenn diese NICHT miteinder stattgefunden haben!) und schaut, was ihr daraus für die Beziehung und Euer sexuelles Miteinander lernt.

3. Make it happen: Sexy Zeit zu zweit

Eigentlich ist es ganz einfach: Ihr verabredet Euch zum sexuellen Miteinander. Blockt Zeit in Eurem Kalender. Organisiert wenn nötig Kinderbetreuung. Und dann trefft ihr Euch. Möglichst regelmäßig.
Meine Empfehlung sind mind. 1x 2-3h pro Woche am Stück. Wenn du jetzt denkst, dass das viel ist, bitte ich dich kurz zu überschlagen, wie viel Zeit du wöchentlich bei Netflix, Facebook oder auf ineffizienten Arbeitstreffen etc. abhängst. Und was deine Priorität ist.

Es geht dabei nicht darum, ob ihr “in der Stimmung seid”. Es geht nicht mehr darum, wer wen zuerst fragt, oder auch nicht. Sondern ihr entscheidet Euch gemeinsam, diesem Thema Raum und Zeit zu geben. Lasst von dem Mythos los, Sex müsse zufällig und spontan passieren. Ihr seid keine 16 mehr. Oder 20. Sondern habt vermutlich einen Haufen Verpflichtungen und ggf. ganz unterschiedliche Tagesabläufe und Rhytmen. Findet ein Zeitfenster, in dem ihr idealerweise beide fit und wach seid.

Während uns kulturell eingeflösst wird, Sex sei gleich Penis in Vagina und wenn Orgasmus dann gut, gibt es soooooooo viele Facetten von Lust, Freude & körperlicher Verbundenheit. Und hier schafft ihr einen Raum, Euch einander, Euren Körpern und Eurer Wonne zu widmen. Auch hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Zeit zu gestalten. In Form von playdates, wo ihr gemeinsam Neues ausprobiert (z.B. sinnliche Massage, slow sex, Nutzung von toys, gemeinsam porn anschauen, Rollenspiele, Punkte der bucket list abhaken).
Oder aber auch reine Körperzeit, wo ihr Euch einfach nur Gutes tut. Euch haltet. Streichelt. Oralsex schenkt. Oder simply die Füße eincremt. Lasst Eure Haut, Haut tanken. (Volle Kraft Oxytocin voraus!)
Lasst Eure Körper und Münder und Hände miteinander sprechen. Teilt, was ihr beim Masturbieren oder im 3 Minuten Spiel über Euch erfahren habt. Legt vielleicht ganz bewusst fest, wer gibt und wer empfängt. Und schaut, was sich dann entfaltet und zeigen will.

Und ganz wichtig: Tut es!!! Am besten Solo-Sex, 3 Minuten Spiel und gemeinsame Sexy dates. Seid dabei so zuverlässig, wie bei einem wichtigen Geschäftstermin oder Familientreffen.

Und wenn es nicht klappt: Go and see a Paar- oder Körpertherapeut. Weil dann hängt es irgendwo. Bei einem (oder in der Regel beiden von Euch) auf irgendeiner Ebene. Und das ist auch ganz normal (Intimität kann MEGA scary sein!) Und das lässt sich ändern!
Guter sinnlicher und verbundener Sex ist möglich. Auch in einer monogamen Beziehung. Über viele Jahre. Und bis ins hohe Alter.
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Danke und maximalen Genuss
Britta

Eine Anleitung zum 3-Minuten Spiel auf Deutsch findest du hier.

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