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Verliebt am Liepnitzsee

Verliebt am Liepnitzsee

Wie zwei wilde Waisenkinder
Toben wir barfuss
Durch den Wald

Dort am See
entlang
Erde, Laub, Sand,
Schlamm, Rinde, deine Hand.
An meiner Hüfte.

Ich bin nass.
Und deine Hose hat einen Fleck.

Ich führe
Du folgst
Als Folge
Deiner Führung

Wir spielen
Der Krieger und die Kaiserin
Schüler und Wegweiserin.

Sind dabei Dienende der einen Kraft
Die Gutes wünscht
Und Großes fließend schafft.

Nach dem Bad im kristallklaren See,
Nackt – trocknen wir dort am Wasser
du legst deinen Kopf in meinen Schoß.
Ganz ruhig.
Dann wird beides wieder nasser.

Die Wolken ziehen.
Während wir tief versunken
Durch den Tag treiben
Einander einverleiben
Uns verschlingen.
Gemeinsam das Hohelied besingen.

Manchmal antwortet ein Vogel.
Oder ein Lachen vom Wasser her.
Oder der Wind.

In Unschuld begegnen wir uns
Mann, Frau, Mutter, Vater, Kind.

Liebende vereint in der Kraft.
Die zyklisch vorwärts fließt.
Und stetig Leben schafft.

In der Abendsonne bringt uns die Fähre zurück.
Ans andere Ufer
Trunken von Glück.
Sehen wir alles glasklar.

Die seelig-müden Tagesausflügler leuchten.
Auch sie haben heute ein Stück vom Paradies
Erlebt.
Der alte struppige Hund,
Der vor uns humpelnd
seinem eigenen Sonnenuntergang entgegenstrebt.

Wir sind noch am Zenit.
Doch auch meine nackten Füße sind nun müde.
Und deine Hand stützt mich am Hang.
Ein letztes Mal noch fliegen wir über den Waldboden.
Aber mein Körper mag jetzt nicht mehr toben.

Und so gleiten wir aus dem heiligen Raum.
Ich dank dir, lebendiger Spätsommertraum!

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